Bei Instant Acts ganz neue Erfahrungen gemacht

Hast du auch schon mal staunend einem Breakdancer zugeschaut oder warst fasziniert von einem Jongleur? Hast du dann ganz im Stillen gedacht, wie toll es wäre, das auch mal selbst auszuprobieren? Diese Chance hatten die Neunt- und Zehntklässler der Konrad-von-Dürn-Realschule und der Auerberg-Werkrealschule dank der Fördervereine: Beim internationalen Theaterprojekt „Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus“ zeigten 15 junge internationale Musiker, Tänzer, Akrobaten und Schauspieler nicht nur ihr Können, sondern ließen die begeisterten Schüler mal selbst aktiv werden und gaben Tipps und Tricks an diese weiter. 

Nach einer 5-Minuten-Performance und der Vorstellung der Workshops war für die Schüler meist schnell klar, was sie reizt, wo sie sich gerne mal ausprobieren möchten. In Lindas Kostümwerkstatt wurden mit Nadel, Faden und Sprühfarbe aus alten Klamotten witzige und kreative Outfits kreiert, die die Schneiderinnen später selbst als Models in einer Modenschau präsentierten. Tänzerin Tascha wusste mit großen roten Fächern nicht nur Mädels anzulocken: Es war beeindruckend, wie schnell diese die Choreographie – natürlich mit Anweisungen auf Englisch – lernten und wie elegant sie den Fächertanz später präsentieren konnten.

 

Nach Lockerungsübungen für Gesicht und Stimme machte Romano aus Kroatien als Musikclown seiner Truppe deutlich, wie wichtig es in der Pantomime und der Rhythmik ist, genau zu sein. Mit Spielen wurden Masken und Charaktere ausprobiert, die letztlich in die kurze gemeinsame Sequenz „Wir sind komisch!“ mündeten. Auch Aleksandra aus Polen verdeutlichte in ihrem Gesangsworkshop, dass Atemübungen und der ganze Körper fürs Singen wichtig sind. Wenn es für die Teilnehmerinnen anfangs ungewohnt und befremdlich war, ein fremdländisches Volkslied mit ganz anderem als dem gewohnten Gefühlsausdruck zu singen, dann wird hier sehr deutlich, was Instant Acts erreichen will: Durch bewusste Konfrontation mit Künstlern aus aller Welt und der Auseinandersetzung mit fremden Kulturen wurde diese Fremdheit zunächst erlebbar und wich dann einem respektvollen Umgang damit: Die kleine Gesangstruppe wusste bei der Präsentation als Einheit mit enormer Stimmgewalt zu beeindrucken.

Dass man mit seiner Stimme auch ganz ungewöhnliche Soundeffekte produzieren kann, zeigte Tini aus der Tschechischen Republik beim Workshop Beatbox, in dem Beats und Basic Sounds ebenso gelernt wurden wie das Scratching der DJs zu simulieren. Als bei der Präsentation vor den anderen Workshops die Schüler gemeinsam „Everybody dance now“ performten, kam in der Nibelungenhalle Party-Stimmung auf. Körperbeherrschung war beim Breakdance gefragt und Stak und Boji aus Griechenland gaben bereitwillig Tipps und Tricks bei den verschiedenen Übungen weiter. Katharina sprach wohl allen Workshop-Teilnehmern aus dem Herzen: „Das macht übel Spaß!“

Spaß hatten eindeutig auch die Teilnehmer des Zirkus-Workshops von Angela und Dominique, bei dem nach Aufwärmübungen und Dehnen verschiedene Jonglierübungen ebenso auf dem Programm standen wie das Bauen von Pyramiden oder der gekonnte Umgang mit dem Diabolo. Begeistert dabei waren die 22 Jungs beim Trommel-Workshop von Souleymane und Djakaria aus Burkina Faso. Im Workshop lernten sie zwei Schlagtypen und studierten etappenweise ein afrikanisches Lied ein, dessen Power und Lebensfreude alle in seinen Bann zog. Geschicklichkeit und Körperbeherrschung waren beim brasilianischen Kampftanz Capoeira gefragt, den Bailaraino und Chocolate den Jugendlichen beibrachten. Bei der Präsentation scharten sich alle Zuschauer in einem engen Kreis (brasilianisch: hota) um die Akteure, so dass eine echte Zweikampf-Atmosphäre zu spüren war. Und wenn Vivian und Erika voller Überzeugung betonen, dass ihnen „ALLES gefallen“ habe, dann sprechen sie sicher vielen Schülerinnen und Schülern aus dem Herzen.

 

Gefallen hat ihnen sicherlich das Sich-Ausprobieren-Dürfen, die Erfolgserlebnisse auf ganz neuen Gebieten, der direkte Kontakt mit jungen unkomplizierten Künstlern aus fremden Ländern. Die Bewunderung für die Musiker und Tänzer hört man deutlich, wenn Jens meint: „Der Typ ist echt abgefahren!“ oder Christian staunt: „Wie man nur so trommeln kann!“. Denn wer sich selbst mal an den entsprechenden Disziplinen probiert hat, schätzt die Leistung der professionellen Akteure von Instant Acts noch höher ein.

Und von diesem Können konnten sich am Nachmittag alle Schülerinnen und Schüler begeistern lassen, denn die Crew von Instant Acts brachte ein fetziges Spektakel auf die Bühne. Und dieses Spektakel mit einer bunten Mischung aus Musik, Tanz, Schauspiel und Akrobatik hatte eine Botschaft: Wir sind Russisch-Orthodoxe, Juden, Türken, Muslime, haben verschiedene Berufe, aber wir haben alle eines gemeinsam: Wir Menschen suchen alle nach Glück. Glücksmomente gab es viele bei dem Aktionstag „Instant Acts“ – Herzlichen Dank an den Förderverein, der dies möglich gemacht hat.

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