Gemeinsamer Pädagogischer Tag am Bildungszentrum Walldürn

Walldürn. Seit Juli 2013 bilden die Konrad-von-Dürn-Realschule und die Auerberg-Werkrealschule gemeinsam das sogenannte „Bildungszentrum Walldürn“. Damit reagierten die Schulen und die Stadt Walldürn als Schulträger auf Umbrüche im Bildungswesen, bei denen in Baden-Württemberg häufig die Gemeinschaftsschule als politisch gewollt favorisiert wird. Die Walldürner Verantwortlichen entschieden sich ganz bewusst für einen anderen Weg: zwei eigenständige Schulen erhalten, die aber pädagogisch und organisatorisch zusammenarbeiten, wenn dies sinnvoll ist. Diese Möglichkeit bietet das nun errichtete Bildungszentrum.

Doch auch wenn in § 17 Schulgesetz ganz klar definiert ist, dass es um zwei räumlich zusammengefasste, dabei aber selbständige Schulen geht, die pädagogisch und organisatorisch zusammenarbeiten, um Lernangebote abzustimmen, die Durchlässigkeit zwischen den Schulen zu erleichtern oder Verwaltungsangelegenheiten gemeinsam zu erledigen, lässt sich Kooperation und Zusammenarbeit nicht von oben herunter verordnen, sondern ein Bildungszentrum steht und fällt mit den Menschen, die es mit Leben füllen.

Es muss also von den Kollegien und allen am Schulleben Beteiligten getragen werden. Und um gemeinsame Projekte und Kooperationen auf den Weg bringen zu können, müssen sich zunächst einmal Menschen kennenlernen und begegnen. So war es eine naheliegende Entscheidung der beiden beteiligten Schulen, einen gemeinsamen Pädagogischen Tag durchzuführen, bei dem eben dieser Prozess in Gang gebracht werden konnte. Somit lag der Schwerpunkt dieses Tages wie Realschulrektor Patrick Schmid betonte, nicht nur darin, die künftige Kooperation als Bildungszentrum zu planen und auf den Weg zu bringen, sondern auch auf dem sozial-kommunikativen Aspekt, der Begegnung und dem Austausch.

Für beides bot der ganztägige Kooperationstag vielfältige Möglichkeiten und gute Rahmenbedingungen: Rege Diskussionen, Erfahrungs- und Meinungsaustausch sowie das Vorstellen neuer Ideen fanden sowohl in Arbeitsgruppen als auch im Plenum des Gesamtkollegiums statt. Jeder Kollege konnte sich zuvor einer Arbeitsgruppe seines Interessengebietes zuordnen, so dass ein produktiver und gewinnbringender Austausch möglich war:

Auch wenn die Konrad-von-Dürn-Realschule und die Auerberg-Werkrealschule zwei eigenständige Schulen bleiben, so macht das „Dach Bildungszentrum“ natürlich eine gemeinsame Schulordnung notwendig. Die Vorarbeit dazu wurde hier geleistet, Genaueres wird in den Gremien der beiden Schulen wie Kooperationsgruppe, Schülermitverantwortung und Gesamtlehrerkonferenz erarbeitet und soll von Schülern, Eltern und Schulkonferenz mitgetragen werden. Die Arbeitsgruppe „Kooperationsmöglichkeiten zwischen Realschule und Werkrealschule“ beleuchtete nicht nur kritisch die bereits praktizierten Kooperationen bezüglich der gemachten Erfahrungen und Änderungsvorschläge, sondern sammelte auch zeitnah umsetzbare und andere längerfristig anzustrebende Kooperationsmöglichkeiten, die jeweils auf organisatorische Erfordernisse und mögliche Hemmnisse untersucht wurden. Mit der zunehmenden Heterogenität (d.h. den immer größer werdenden Unterschieden in den kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Schüler) beschäftigte sich eine dritte Gruppe, die auch verschiedene Möglichkeiten für den Umgang mit einer sich verändernden Schülerschaft vorstellte.

Nach einem arbeitsintensiven Tag bedankten sich die Schulleiter Kögel und Schmid bei den Kollegen, die den pädagogischen Tag vorbereitet und durchgeführt hatten, und betonten, dass damit nun die Initialzündung für ein gelebtes Bildungszentrum gegeben sei.

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