Dr. Kurt Salomon Maier zu Gast an der Auerberg- Schule Walldürn


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„Geschichtsunterricht aus Büchern- das ist das Gewöhnliche für unsere Schüler“, begrüßte Schulleiter Wolfgang Kögel in der vorletzten Woche Herrn Dr. Kurt Salomon Maier in der Auerberg- Schule Walldürn. „Das Außergewöhnliche aber ist ein lebendes Geschichtsbuch wie in Person von Herrn Dr. Maier“.

 
Und außergewöhnlich aufmerksam, interessiert und gut vorbereitet zeigten sich die 8. und 9. Klässler an diesem Vormittag, an dem es Dr. Maier verstand, lebendig und bisweilen überraschend humorvoll von seinen Erfahrungen und Begegnungen zu erzählen– ganz anders als die Zahlen und Fakten aus den Unterrichtsbüchern.

 

Dr. Kurt Maier, der als jüdisches Kind die Verfolgungen in Nazi- Deutschland noch miterlebt hatte und heute in Washington lebt, beschrieb seine Kindheitserlebnisse im südbadischen Kippenheim, die Zwangsdeportierung in das Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen und schließlich die glückliche Auswanderung nach New York.

 

Seine Erzählungen und Anekdoten verdeutlichte er mit Fotos, von denen einige erst vor 8 Jahren aufgetaucht waren und von deren Existenz er bis dahin nichts wusste. Dr. Maier gelang es, den Schülerinnen und Schülern das Bild eines konfliktlosen Zusammenlebens von Juden und Christen vor den 30er Jahren aufzuzeigen. Mit Beispielen aus antisemitischen Kinderbüchern illustrierte er dann aber sehr eindrücklich die stattfindende Veränderung, die immer deutlicher spürbar wurde. Die Deportation, so sagte Dr. Maier, habe ihn– wie die meisten Juden – dann gänzlich unvorbereitet getroffen.

Bevor sich Rektor Wolfgang Kögel mit einem Erinnerungsgeschenk bei Dr. Maier bedankte, überhäuften die Schüler den Referenten und heutigen Bibliothekaren an der „Library of Congress“ in Washington vielen Fragen, die ihn in dieser Vielzahl sichtlich überraschten und erfreuten.

 

Seit einigen Jahren kommt Dr. Kurt Maier immer wieder nach Deutschland, um hier bei Vorträgen wie diesem in Walldürn auf seine Lebensgeschichte aufmerksam zu machen. Beim Besuch des Mahnmal- Projekts in Neckarzimmern hatte er schon den neuen Gedenkstein kennen gelernt, den Schülerinnen und Schüler der Auerberg- Schule geschaffen und dort aufgestellt hatten.

 

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