Miteinander von Jung und Alt gepflegt

Seit mehr als zehn Jahren läuft das Projekt „Generationen verbinden“ am Geriatriezentrum „St. Josef“ – sehr zur Freude von Bürgermeister Markus Günther, aber vor allem zur Freude der Senioren, die wöchentlich gespannt den Besuch von Schülern der Auerberg- Werkrealschule Walldürn erwarten. „Dieses Vorzeigeprojekt ist ein Markenzeichen und ein Gütesiegel unserer Einrichtung“, betonte der Rathauschef am vergangenen Mittwoch bei einem kleinen Fest im Geriatriezentrum, das Schüler der Klasse 9 im Rahmen ihrer Projektprüfung organisiert hatten.

„Angestoßen durch Impulse aus meinem privaten Lebensumfeld kam das Projekt zustande“, blickte Pföhler zurück. Im Mittelpunkt sollte das Miteinander von Jung und Alt stehen. Aber auch der von der Schulpolitik geforderte Unterricht in Projekten sollte damit umgesetzt werden und soziale Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Verantwortungsbewusstsein vermitteln.

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Schulleiter Wolfgang Kögel war von der Idee von Beginn an sehr angetan. „Für mich passt das hervorragend in das Profil einer Werkrealschule, da die Verknüpfung von theoretischem Wissen und lebenspraktischer Handlungskompetenz im Mittelpunkt steht“, verdeutlichte der Pädagoge.

Aktuell 22 Schüler beteiligt

Unter der Regie von Ute Pföhler besuchen Schüler der Auerberg-Werkrealschule jeden Mittwochnachmittag außerhalb der regulären Schulzeit das Geriatriezentrum „St. Josef“ und das AWO-Pflegeheim „Maria Rast“ in Walldürn. Die Jugendlichen bekommen Einblick in den Ablauf eines Seniorenheimes und bringen Abwechslung in das Leben der Bewohner. Sie übernehmen kleine Handreichungen und Aufgaben.

Die Alltagsbegleiterinnen geben vor, welche Aktivitäten geplant sind, und die Schüler helfen mit, diese in die Tat umzusetzen. Die Bandbreite reicht von Basteln über gemeinsames Spielen bis zum Vorlesen. In diesem Jahr sind 22 Schüler aus der Klassenstufe 8 und 9 an dem auf jeweils zwei Jahre angelegten Projekt beteiligt. „Es kommt selten vor, dass einer vorzeitig aussteigt“, unterstrich Pföhler.

Der zunächst eher zögerliche Umgang zwischen Jung und Alt wandele sich dabei in kurzer Zeit zu einem herzlichen Miteinander, von dem beide Seiten profitieren. So werde zum Beispiel nach den Sommerferien sehr deutlich, wie sichSchüler und die Senioren aufeinander freuen. Fester Bestandteil des Projektes ist die Vorbereitung und Gestaltung eines Frühlings- beziehungsweise Osterfestes, das im jährlichen Wechsel in einem der beiden Altersheime stattfindet und bei Bewohnern, Mitarbeitern und Gästen immer großen Anklang findet.

Pflegerische Berufe ergriffen

Immer häufiger entscheiden sich Schüler nach dem Durchlaufen der beiden Projektjahre für einen Beruf im pflegerischen Bereich. Ganz aktuell haben zwei Schülerinnen dadurch einen Ausbildungsplatz gefunden: Lina Schwind aus Altheim und Ramona Winter aus Höpfingen beginnen im Herbst eine Ausbildung zur Altenpflegerin im Geriatriezentrum „St. Josef“.

„Ich habe das Projekt bei einem Schnuppertag kennengelernt und eshat mir gleich gefallen“, berichtete die 16-jährige Lina Schwind. Ihre Kollegin Ramona Winter findet es besonders bemerkenswert, wie sich die Senioren über die Besuche freuen und wie dankbar sie sind: „Die Treffen und die Gespräche haben mir von Anfang an gut gefallen.“

Die beiden Schülerinnen sind aber nicht die einzigen Beispiele aus der Praxis, die zeigen, dass das Projekt auch in Sachen Berufsfindung einen großen Wert besitzt. „Im Laufe der Jahre sind mehrere Teilnehmerinnen in einem pflegerischen Beruf gelandet“, betonte Ute Pföhler.

Und auch Bürgermeister Günther freut sich über die gelungene Kooperation: „Es wird immer schwieriger, im Pflegebereich Fachkräfte zu bekommen, deshalb ist das Projekt auch eine sehr gute Gelegenheit für das Geriatriezentrum, Nachwuchs zu rekrutieren.“

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